PHILIPP Helga – 84

  • Titel:
    Siebdruck, 1970–1972, Raster von 12 x 12 Ringen, hellgrau-schwarz auf weiß
  • Entstehungsjahr:
    1970–1972
  • Technik:
    Siebdruck
  • Format:
    70 x 70 cm
  • Signatur:
    Nachlass-Stempel auf der Rückseite
  • Rahmen:
    gerahmt
  • Rufpreis:
    € 1000 (inkl. Rahmen)
  • Aus der Serie:
    Ed. 30

Courtesy Olga Okunev
helgaphilipp.net
Siebdrucke:  http://www.helgaphilipp.net/siebdruck/

Helga Philipp wurde am 2. Juni 1939 in Wien geboren. Im Jahr 1953 begann die Künstlerin im Alter von sechzehn Jahren eine vorbereitende Ausbildung an der Akademie für Angewandte Kunst, um mit dem Studium der Bildhauerei bei Hans Knesl fortzusetzen (Abschluss 1961). Durch die Biennale in Venedig 1958 und durch Freunde wie Marc Adrian kam sie im Jahr 1961 in Kontakt mit der aufkommenden Op-Art-Avantgarde und der konkreten Kunst.

Mit Richard Kriesche und Jorrit Tornquist gründete sie 1968, anlässlich einer Ausstellung für das Grazer „forum stadtpark“, eine Künstlergruppe mit dem Namen „Gruppe A ustria“ und war ständig in die kleine österreichische Szene konkret-konstruktiver Richtung involviert. Mit ihren Op-Art-Werken war Philipp in Museumsausstellungen und am Kunstmarkt international präsent und erfolgreich, sieht man vom erst zögerlich einsetzenden Interesse in Österreich an neuer geometrischer Kunst ab. Sie stellte in renommierten Galerien wie St. Stephan (gefördert von Monsignore Otto Mauer) aus und war auch inhaltlich so eng in die „Wiener Gruppe“ integriert, dass Dichter H.C. Artmann sie als eine der „Unsrigen“ bezeichnete.

Als „neue Tendenzen“ zog die Op-Art Publikum in mehreren Museen Mitteleuropas von Frankfurt bis Zagreb an, Werner Hofmann integrierte Philipp auch in seine Schau „Kinetika“ 1967 im Museum des 20. Jahrhunderts. 1972-74 waren Installationen im öffentlichen Raum – Stadtpark Wien – zu sehen. Beginn der Neunzigerjahre intensivierte sich Philipps Bezug nach New York durch ein Stipendium des Bundes und sie gewann einen Wettbewerb in Wien, der 1997 zur Raumintervention mit Bildobjekten, aber auch Lichtkunst an der Universität in der Althanstraße führte.

Von 1965, kurz nach Abschluss ihres Studiums, bis 2002 war die Künstlerin an der Hochschule für Angewandte Kunst als Assistenzprofessorin lehrend tätig. Ihre bekanntesten Schülerinnen und Schüler sind Gerwald Rockenschaub, Franz Graf, Brigitte Kowanz, Heimo Zobernig, Martin Beck oder Thomas Freiler, die zum Teil als Vertreter der „neuen Geometrie“, aber auch in Fotografie, Licht- und Konzeptkunst in den späten Achtzigerjahren Karriere machten.

Nach loser Zugehörigkeit zu der 1979 um Hildegard Joos und das Sammlerpaar Gertraud und Dieter Bogner in Schloss Buchberg versammelten Gruppe „Exakte Tendenzen“ gründete Philipp in Eigeninitiative in der von ihr 1978 erworbenen Hansenvilla in Ternitz/St. Johann den „Kulturverein Ternitz“. Auch zu der „Werkstatt Breitenbrunn“ des Künstlerpaares Fria Elfen und Will Frenken gab es ein nahes Verhältnis, sie druckte dort Editionen, zuletzt entstanden bunte Siebdruckserien in der Wiener Galerie Stalzer.

In Ternitz konnte sie nicht nur endlich großformatigeren malerischen, meist monochromen oder zweifarbigen Leinwänden oder mehrteiligen Gemälden widmen, sondern auch ihren Studierenden und anderen jungen Künstlern eine neue Ausstellungsplattform bieten. Mehrere Auslandsstipendien (Luxemburg und New York), aber auch Reisen, sowie Ausstellungen bis Japan fanden in den Achtziger- und Neunzigerjahren statt. Nach einigen gewonnenen Wettbewerben wurde Helga Philipp der Preis der Stadt Wien 2001 zuerkannt. Sie konnte ihn kurz vor ihrem frühen Tod am 5. 11. 2002 noch entgegen nehmen. Helga Philipps Werke befinden sich in Besitz des Belvedere und des MUMOK Wien, der Albertina, der Sammlung der Stadt Wien, der Daimler Art Collection und der Artothek des Bundes, des NÖ Landesmuseums, der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz, des Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck und im Privatmuseum Herbert Liaunig in Neuhaus (Kärnten), dem Archiv der Universität für angewandte Kunst, sowie in zahlreichen Privatsammlungen. Den Nachlass betreut Helga Philipps Tochter Olga Okunev.
(Quelle: http://www.helgaphilipp.net/ueber-helga-philipp/)

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