066. Leherb, Maître

  • Titel:
    Frau mit Träne (die Quelle des Unterbewussten, Weißer Hof, Klosterneuburg) 1986 (Nachlass 4.69.)
  • Entstehungsjahr:
    1986
  • Technik:
    Graphit auf Papier
  • Format:
    90 x 57 cm
  • Signatur:
    oben rechts signiert
  • Rahmen:
    Künstlerrahmung
  • Rufpreis:
    2000,-

Leherb, auch Maître Leherb (* 14. März 1933 in Wien; † 28. Juni 1997 ebenda), war ein österreichischer Künstler und Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, die dem Surrealismus nahesteht.

Er war der Sohn eines Schuldirektors, der 1945 nach der Befreiung Österreichs an den Folgen nationalsozialistischer Haft starb. Helmut Leherbauer maturierte 1951 am Hernalser Gymnasium Geblergasse in Wien und studierte von 1948 bis 1954 an der Akademie für angewandte Kunst in Wien und an der Stockholmer Akademie der Künste. 1955 wechselte er wieder nach Wien an die Akademie der bildenden Künste in die Klasse von Albert Paris Gütersloh, wo er die direkte Auseinandersetzung mit dem Surrealismus miterlebte. Gütersloh hat den Art Club mitbegründet und gilt als Begründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Leherb fand somit Zugang zu diesem Kreis von Künstlern und veranstaltete zusammen mit anderen Vertretern dieser Kunstrichtung diverse Ausstellungen, beispielsweise mit Anton Lehmden, Rudolf Hausnerund Wolfgang Hutter. 1959 wurden ihre Werke im Oberen Belvedere gezeigt. Der Kunstkritiker Johann Muschik prägte damals den bis heute gültigen Namen des Phantastischen Realismus.

Von 1959 bis 1963 entstanden Kunstwerke in Wiener Parkanlagen, die noch heute existieren:

Wiener Prater: das Keramik-Reliefbild Tschinellen-Fiffy (in Riesenrad-Nähe) und das Sonntagsgwand (dem Praterstern zugewandt), beide aus dem Jahr 1959

Im Schulgarten Kagran: das Mosaik Blumengöttin Flora und Gärtnergott Vertumnus aus dem Jahr 1960

Im Volkspark Laaerberg: die Keramikstele Tag & Nacht aus dem Jahr 1962

Am Kaffeehausberg im Donaupark: das Keramik-Reliefbild Kaffeehausszene, sowie das Bodenmosaik Die Vögel des Leherb (ein gemeinsames Werk mit Hermann Bauch, beide aus dem Jahr 1963), dies aus Anlass der Wiener Internationalen Gartenschau – WIG 1964, wie der Donaupark ursprünglich hieß.

Die zentralen Motive, die sich in vielen seiner Gemälde wiederfinden lassen, sind seine eigene Person, die seiner Frau, der Malerin Lotte Profohs (geb. 16. November 1934, gest. 2012) oder seines Sohnes, Anselm Daniel Leherb. Er war zeitlebens durch seine persönlichen Repräsentationsformen ein Wiener Societyliebling. Leherb lebte auch in Frankreich, Belgien und Italien. In Paris machte er Bekanntschaft mit André Breton, der ihn als „schwarzen Prinzen des Surrealismus“ bezeichnete. Leherb war jedoch angewidert davon, was er als „Pariser Dekadenz“ empfand, und schüttete Breton angeblich mit einem Weinglas an.

Auszeichnungen:
Goldmedaille der Triennale in Manur, Belgien 1966
Goldmedaille der Biennale Internazionale della Grafica, Florenz 1968
Großer Preis der Fondation Internationale des Collectionneurs d´Art, Paris 1969
Lauréat du Livre d´Or des Valeurs Humaines, Paris 1970
Ambrogino d´Oro del Senato d´Arte; Mailand 1972
Elefante d´Oro e gran Premio; Rom-Catania 1972
Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, Wien 1974
Cavaliere Ufficiale nell´Ordine al merito dell´Republica Italiana, Rom 1990
Tribun del Tribunato di Romagna, Ravenna 1992
Goldenes Ehrenzeichen “pro meroti” am Bande des Kuratoriums der Wirtschaftsuniversität Wien, Wien 1992
Ehrenmitglied der Academia Fiorentina delle Belli Arti e Disegno, seit 1967

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