062. Kowanz, Brigitte

  • Titel:
    Infinite Curve (aus der Serie Climate Change)
  • Entstehungsjahr:
    2017
  • Technik:
    Pigmentdruck auf Cotton Rag Paper
  • Format:
    40 x 60 cm
  • Rahmen:
    rückseitig signiert und datiert
  • Rufpreis:
    500,-

Brigitte Kowanz (* 13. April 1957 in Wien) ist eine österreichische Künstlerin. Kowanz studierte von 1975 bis 1980 an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seit 1997 ist sie dort Professorin für Transmediale Kunst. Kowanz lebt und arbeitet in Wien.

Im Zentrum der Arbeit von Brigitte Kowanz steht seit den 80er Jahren die Untersuchung von Raum und Licht. Am Beginn dieser Auseinandersetzung entstehen zwischen 1979 und 1984 in Zusammenarbeit mit Franz Graf Papier- und Leinwandbilder mit phosphoreszierenden und fluoreszierenden Pigmenten. Ab 1984 entwickelt Kowanz erste Lichtobjekte aus Flaschen, Leuchtstofflampenund Fluoreszenzfarbe. Mit einfachsten Mitteln entstehen komplexe Raumbilder und Licht-Schatten-Projektionen. Licht ist jedoch nicht nur Material, sondern oft auch Thema von Kowanz’ Arbeiten. So beschäftigt sie sich seit 1989 in einem eigenen Werkkomplex mit der Lichtgeschwindigkeit. Eine winzig kleine Dezimalzahl gibt dabei in Neonziffern die Zeit an, die das Licht braucht, um die Länge ebendieser Zahlenreihe zurückzulegen. Ein Themenkomplex, der Kowanz ebenfalls bereits seit den achtziger Jahren beschäftigt, ist jener der Sprache bzw. der Schrift und deren Übersetzung in Codes. Licht wird als raumbildendes Medium ebenso wie als Informationsträger und Medium der Erkenntnis und der Sichtbarkeit untersucht. Seit 1995 setzt Kowanz unter anderem – ausgehend von einfachen Strich-Punkt-Kombinationen – auch regelmäßig das Morsealphabet zur Codierung ein. Als binärer Code stellt es den Ursprung der Informationsübertragung mit Licht dar. Kowanz verwendet insbesondere in ihren neueren Arbeiten (semi-)transparente Gläser und Spiegel. Dies führt in ihren dreidimensionalen Objekten zu einer vielfältigen Überlagerung von virtuell und real. Durch die wechselseitige Bespiegelung von Licht, Sprache und Spiegel (Rainer Fuchs) entstehen hybride Räume deren Grenzen in einem Moment klar definiert zu sein scheinen, sich im nächsten aber schon wieder auflösen. Realer Raum und virtuelles Spiegelbild durchdringen einander, die Grenzen zwischen Kunstwerk und Betrachter werden fließend. Die Beschäftigung mit der ungreifbaren Physik des Lichts, das – obgleich ein Sichtbarkeitsgarant – selbst leicht übersehen wird, dauert in den Arbeiten Brigitte Kowanz’ bis heute an.

Auszeichnungen

1989 Otto Mauer-Preis

1991 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst

1996 Österreichischer Kunstpreis für Bildende Kunst

2009 Großer Österreichischer Staatspreis für Bildende Kunst

2015 Niederösterreichischer Kulturpreis – Würdigungspreis

2017 Deutscher Lichtkunstpreis

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